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Kaffeevollautomaten die Allrounder für viele Kaffeeprodukte

Der Kaffeevollautomat ist die einfachste Rundum-Sorglos-Lösung für den Kaffeegenuss. Bestimmte Austattungsmerkmale der Geräte beeinflussen Art und Qualität der Kaffee-Varianten. Unsere Tipps sollen helfen, sich in der Vielfalt der angebotenen Kaffeevollautomaten zurechtzufinden und das für die eigenen Zwecke beste Gerät zu finden.

Ist der Vollautomat mit allen Rohstoffen bestückt, erledigt er die Zubereitung der Kaffeevarianten auf Knopfdruck. Das eingebaute Keramik- oder Stahlkegelmahlwerk mahlt eine genau definierte Menge frischer Bohnen je nach gewünschtem Produkt. In der Brühgruppe erfolgt dann die Extraktion des Kaffeepulvers mit ca. 90 Grad heißem Wasser. Der Kaffee fließt in die bereitgestellte Tasse.

Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal der Brühgruppen aller Hersteller ist das Cremaventil. Im Gegensatz zum klassischen Handbrühverfahren erfolgt die Extraktion bei einem Kaffeevollautomat unter höherem Druck von 5 bis 8 bar. Das Cremaventil befindet sich ist im Auslauf der Brühkammer. Eine federbelastete Kunststoffkappe erzeugt einen künstlichen Widerstand bei der Extraktion, der durch den Pumpendruck überwunden werden muss. Resultat ist eine optisch schöne Crema auf der Oberfläche des fertigen Produkts.

 

An der Farbe und Konsistenz der Crema lässt sich die Qualität und der Zustand des Kaffeeautomaten und des verwendeten Kaffees ablesen. Im Idealfall hat die Crema eine ocker bis hellbraune Farbe und hat eine farbliche Marmorierung, da sich die Färbung während des Brühvorgangs ändert. Ist die Crema einfarbig und blass bis weiß ist entweder die Kaffeebohne qualitativ nicht gut, zu lange gelagert oder der Kaffeevollautomat bedarf einer Wartung. Vollautomaten bieten die Möglichkeit, die Menge an gemahlenen Kaffeebohnen zu variieren. Diese Kaffeepulvermenge wird nun mit verschiedenen, vorprogrammierten Mengen Wasser extrahiert.

Dabei entstehen verschiedene Kaffeespezialitäten die meist mit den entsprechenden italienischen Bezeichnungen versehen werden. Die wichtigsten sind:

  • Ristretto – Espresso mit sehr wenig Wasser (15–20 ml statt der üblichen 25 ml)
  • Espresso – üblicherweise nur als Caffè bezeichnet. (25 – 40 ml)
  • Caffè doppio – doppelter Espresso
  • Espresso lungo – Espresso bei dem die doppelte Wassermenge verwendet wurde Kaffee - ( 100 – 300 ml)
  • Caffè americano - stark verlängerter Espresso, kommt dem deutschen Kaffee am nächsten

Vermischt der Vollautomat den Espresso mit Milchschaum oder heißer Milch in vorprogrammierter Reihenfolge bekommt man:

  • Cappuccino – je ein Drittel Espresso lungo, heiße Milch und Milchschaum,
  • Caffè macchiato, auch Espresso macchiato - Espresso mit ein wenig Milchschaum
  • Latte Macchiato – wörtlich: „befleckte Milch“, aufgeschäumte warme Milch mit Espresso in der Mitte
  • Caffè latte – italienische Variante des Milchkaffee, je zur Hälfte heiße Milch und Espresso

 

Welcher Kaffeevollautomat ist der richtige für mich?

Die Qualitätsunterschiede der im Handel angebotenen Kaffeevollautomaten hängen von den verwendeten Baukomponenten, Bedienkomfort, Programmiermöglichkeiten, einfacher Reinigung und Pflege ab.

Immer wieder wird von unseren Kunden die Frage gestellt: "Welche Kaffeemaschine von welchem Hersteller würden Sie kaufen?". Leider wissen wir die Antwort auch nicht genau. Aufgrund unserer langjährigen Praxis an vielen tausend Reparaturen unterschiedlicher Hersteller kennt man natürlich seine Pappenheimer. Das heißt bestimmte Fehler treten bei bestimmten Modellen gehäuft auf und bestimmte Konstruktionsdetails sind leider suboptimal gelöst. Es gibt aber auch das Gegenteil, wo ein bestimmtes Konstruktionsdetail perfekt konstruiert ist und Bauteile, die so gut wie nie kaputt gehen. Leider betrifft dies aber alle Hersteller und deren verschiedene Modelle. Jedes hat spezifische Vor- und Nachteile die von außen leider nicht zu sehen sind.

 

Wichtige Qualitäts-Merkmale eines Kaffeevollautomat

Die Espressozubereitung im Kaffeevollautomat basiert auf hohem Druck und exakt eingehaltenen Produktparametern wie Kaffeemenge, Mahlgrad, Brühtemperatur und Geschwindigkeit. Sieben bis zehn Gramm fein gemahlenes Kaffeepulver werden bei 5 bis 8 bar Druck und einer Wassertemperatur von 84 bis 90 Grad Celsius in rund 25 Sekunden extrahiert. Die Wassermenge beträgt dabei 20 bis 30 Milliliter beim Espresso. Je exakter ein Vollautomat Mengen, Druck und Temperatur einhalten kann, umso besser das Ergebnis. Zu grob gemahlenes Kaffeepulver, zu heißes Wasser, zu wenig oder zu viel Kaffeepulver, und der Espresso wird enttäuschen.

Dies setzt wiederum voraus, dass die Maschine entsprechend hochwertige Baukomponenten enthält. Sie muss in der Lage sein den erforderlichen Wasserdruck bereitzustellen, die Wasser und Kaffeemehl-Menge exakt zu messen und ihr Heizsystem muss die geforderte Temperatur schnell und exakt erreichen. Aus diesem Grund liefern teure Maschinen meist auch den etwas besseren Kaffee.

Im sehr preiswerten Segment der Hersteller muss das Gerät möglichst preisgünstig produziert werden und der Hersteller geht bei der Konstruktion Qualitätskompromisse ein. Im Hochpreissegment werden wiederum Dinge eingebaut die man rational nicht unbedingt braucht und die eher emotional die Wertigkeit erhöhen. Das richtige Gerät findet man meist im mittleren Preissegment zwischen 400 - 1000,-€. Solide und langlebig konstruiert, einfache durchdachte Bedienung, möglichs einfache Pflege, gut zu reparieren.

 

Die möglichst einfache und verständliche Bedienung

Die Bedienelemente sollten einfach, klar verständlich und leicht zu bedienen sein. Optische Ausstattung wie ein farbiger LCD-Bildschirm bei sehr teuren Geräten, wo man zuschauen kann wie sich eine Tasse in HD-Bildqualität mit Kaffee füllt sind zwar nett, aber überflüssig und machen das Gerät kompliziert und teuer ohne Verbesserung des Kaffees. Einfache klare Tasten und LCD Bildschirme sind Touchdisplays in der Bedienungsfreundlichkeit und Langlebigkeit überlegen.

Das gleiche Dilemma herrscht aber oft auch im preiswerten Produktsegment. Um ein sprachenspezifisches Display mit der entsprechenden Elektronik einzusparen arbeiten die Hersteller mit nonverbalen Symboldisplays. Alle Benutzerhandlungen werden als Symbolbilder angezeigt und manchmal müssen wir selbst in der Werkstatt die Bedienungsanleitung zu Rate ziehen, um ein bestimmtes Anzeigesymbol zu interpretieren. Wackelige Dreh/Drück-Regler oder kryptische Tastenbeschriftungen sollte man auch vermeiden.

Die teuersten Modelle innerhalb einer Produktfamilie des Herstellers bieten oft Zusatzfunktionen wie individuelle Rezeptprogrammierungen. Bei einigen Geräten lassen sich für mehrere Benutzer des Kaffeevollautomats individuelle Einstellungen festlegen. Meist betrifft die Menge und Reihenfolge von Kaffee, heißer Milch und Milchschaum. Es gibt auch ein Gerät mit Fingerabdrucksensor, das beim Einschalten die für die jeweilige Person programmierten Kaffeeprodukte automatisch wählt. Auch hier muss der Käufer der Kaffeemaschine entscheiden, ob solche Funktionen wichtig sind oder nicht.

Die neueste Entwicklung ist ein vernetzter Kaffeevollautomat. Die im Juli 2014 vorgestellte Philips/Saeco GranBaristo Avanti läßt sich per iPad App steuern und anpassen. Alle Optionen wie Kaffestärke , Temperatur, Wasser- und Milchschaummengen lassen sich über die App einstellen. 

Auch beim Punkt Bedienung ist man im mittleren Preissegment am besten aufgehoben.

 

Die Größe der Maschine - nicht zu Klein!

Die meisten Hersteller bieten auch sehr klein gebaute Kaffeevollautomaten an. Aus unserer Erfahrung bei der Reparatur von Kaffeemaschinen sind diese Micromodelle bei Vollautomaten nicht zu empfehlen. Die Miniaturisierung in anderen Produktbereichen wie speziell bei elektronischen Bauteilen ist sinnvoll und schränkt die Leistungsfähigkeit nicht ein. In der Küche ist es natürlich wünschenswert möglichst wenig Arbeitsfläche an Standgeräte zu verschenken aber bei einem Vollautomat sollte man 30-40 cm Breite einkalkulieren.

Um bei diesem Geräten alle notwendigen Komponenten in ein kleines Gehäuse zu bekommen werden diese Komponenten nicht so optimal angeordnet und verbunden wie es in einem normal großen Gehäuse möglich wäre. Oder es sind Sonderkonstruktionen einzelner Baugruppen enthalten die von altbewährten Lösungen abweichen. Das macht diese Geräteklasse zwar klein aber unnötig kompliziert und aufwändiger in der Reparatur. 

 

Die Milchschaum-Zubereitung

Art und Umfang der Milchschaumzubreitung ist ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf. Einfach ausgestattete Geräte bieten hier nur eine Dampfdüse, mit deren Hilfe sich die Milch in einem separaten Gefäß erhitzen und aufschäumen lässt. Wird bei der täglichen Benutzung kein oder nur selten Milchschaum gewünscht ist man mit solch einem einfacheren Gerät besser beraten. Die fehlenden Milchschaumkomponenten machen den Kaffeevollautomat einfacher in der Konstruktion, weniger fehleranfällig und preiswerter.

An Stelle der Dampfdüse tritt bei höherwertigen Vollautomaten ein Milchschaumbereiter, meist auch „Cappuccinatore“ genannt oder eine Aufschäumkanne. Strömender Dampf erzeugt in einer Venturi-Düse einen Unterdruck, der die Milch über einen dünnen Schlauch ansaugt und in einer Wirbelkammer mit einer genau definierten Mischung aus Dampf, Milch und Luft aufschäumt. Dabei gibt es noch zwei Bedienvarianten. Bei einem "One-Touch" Modell sind Schaumauslauf und Kaffeeauslauf so angeordnet, das beides in die Tasse läuft ohne diese versetzen zu müssen. Bei der einfacheren Variante sind Schaumauslauf und Kaffeeauslauf so angeordnet, daß die Tasse umgestellt werden muss. One-Touch ist bequemer und bei größerem Durchsatz eine erhebliche Zeitersparnis, etwa im Büro- oder Gastronomie-Einsatz.

In jedem Fall sollten Pflege- und Reinigungshinweise des Herstellers insbesondere für den Milchkreislauf aus hygienischen Gründen genau beachtet werden. Die Kaffeemaschinen mit Cappuccinatore haben meist automatisch ablaufende Reinigungsprogramme, bei denen mit Dampf und speziellen Milchschaumreinigungsmitteln unter großer Hitze gesäubert wird.  Cappuccinatore lassen sich zerlegen und von Hand reinigen. Diese mechanische Reinigung kann man alle 6 Wochen durchführen und ist immer als erste Maßnahme zu empfehlen, falls die Milch nicht richtig aufgeschäumt wird. Oft sind festsitzende Milchreste in den feinen Kanälen des Cappuccinatore die Ursache.

Die Milch sollte aus hygienischen Gründen immer möglichst gut gekühlt sein. Mit gekühlter Milch erhält man auch besseren Schaum als bei Milch mit Zimmertemperatur. Grund ist das eingestellte Mischungsverhältnis von Dampf und Milch und die Chemie des Milcheiweiß. Entscheidend für die Stabilität und das perfekte Aussehen des Milchschaums sind die Eiweißbestandteile der Milch. Ab 40 Grad verändern sich diese Eiweißbestandteile, die bis dahin als Emulgator wirken, chemisch (Denaturierung) und die Emulsion zwischen Fett und Wasser wird aufgespalten. In diesem Zustand wirken die Eiweißbestandteile stark schaumstabilisierend. Steigt die Temperatur beim Aufschäumen aber weiter über 60 Grad, findet eine weitere chemische Veränderung der Eiweißbestandteile statt. Durch Verklumpen geht die schaumstabilisierende Wirkung wieder verloren. Deshalb besser immer mit gekühlter Milch schäumen.

 

Die Regelmäßige Wartung - Aufwand und Zeit

Kaffeeautomaten liefern einen Kaffee mit dem geringstem Aufwand aller Kaffeesysteme. Um dies zu ermöglichen, muss man aber einen höheren Pflegeaufwand einplanen als bei anderen Systemen. Sinnvoll ist eine entnehmbare Brühgruppe, da sich diese besser reinigen lässt. Eine mechanische Reinigung per Hand ist gründlicher und schneller als Reinigungstabletten bei fest eingebauten Brühgruppen. Und reinigen sollte man Vollautomaten schon aus Hygienegründen regelmäßig und sorgfältig, denn feuchtes Kaffeemehl ist leider ein Nährboden für Schimmel. Gleiches gilt für die Auffangbehälter und -schalen für Kaffeesatz und Restwasser. Zudem verlängert die regelmäßige Pflege den Zeitraum, bevor die Maschine erstmals oder wieder in unsere Werkstatt muss. Auch auf regelmäßige Entkalkung der Kaffeemaschine ist zu achten.
Dem Thema Entkalken haben wir einen extra Beitrag gewidmet.

Ganz zu vermeiden ist die professionelle Wartung in einer Fachwerkstatt und gelegentliche Reparatur allerdings nicht. Je nach Nutzungsgewohnheiten sollte man damit rechnen, dass das Gerät zum Warten, Reinigen und Entkalken im Durchschnitt etwa alle zwei Jahre eine Werkstatt besuchen sollte. Diese Frequenz lässt sich allerdings senken, wenn man die geforderte Pflege-, Reinigungs- und Entkalkungszyklen möglichst einhält.

 

Testen Sie Gerät und Geschmack

Wenn möglich, sollte man die gewünschte Maschine beziehungsweise deren Ergebnisse ohnehin vor dem Kauf einmal ansehen und in der Praxis ausprobieren. Ein guter Händler kann das Gerät genau erklären, wird dabei auch noch Tipps zu Bohnenauswahl und Feineinstellungen kennen, die ebenfalls hohen Einfluss auf das Ergebnis haben. Beim Online-Händler kaufen Sie die Kaffeemaschine ohne Beratung und es wird natürlich weniger gern gesehen, wenn man Haushaltsgeräte ausprobiert und dann zurückschickt. 

Anbieter

Joachim Blöchle GmbH
Im Birkenfeld 74a
65719 Hofheim-Langenhain

Tel.  06192 / 2004363

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