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Entkalken von Kaffeemschinen mit dem richtigen Entkalker

Leider geht die Heisswasserbereitung in Kaffeevollautomaten einher mit unerwünschter Verkalkung von Durchlauferhitzer und Leitungen wodurch die Gerätefunktion eingeschränkt wird bis zum Totalausfall.

Wasserhärte – kurzer chemischer Exkurs

Der Chemiker fasst mit dem Begriff Wasserhärte die Konzentration von gelösten Ionen der Erdalkalimetalle im wesentlichen Calcium und Magnesium zusammen. Diese gelösten Stoffe können unter bestimmten Umständen unlösliche Verbindungen bilden und als Kalk ausfallen. Durch die Grundwasserpassage des Regenwassers werden diese Substanzen gelöst. Die Konzentration dieser Stoffe im geförderten Grundwasser hängt stark vom Untergrund ab und ist regional unterschiedlich.

Sehr vereinfacht ausgedrückt ist das im Regenwasser enthaltene Kohlendioxid in der Lage mit dem Kalk des Untergrunds eine lösliche Verbindung zu bilden. Im Grundwasser bildet sich dann das Kalk-Kohlensäuregleichgewicht. Wird dieses Lösungsgleichgewicht verändert, beispielsweise beim Erhitzen, wird Kalk (Calcium- und Magnesiumkarbonat) als unlösliche Verbindung wieder ausgeschieden und lagert sich im Kaffeevollautomaten ab.

Interessanterweise ist genau diese Reaktionsgleichung für alle Lebewesen von geradezu existentieller Bedeutung. In unserem Blut sorgt genau dieses Kalk-Kohlensäuregleichgewicht, da es als sogenanntes Puffergemisch wirkt dafür, den pH-Wert des Blutes konstant zu halten um für lebenswichtige biochemische Reaktionen notwendige Bedingungen zu schaffen. Aufgrund der Temperaturabhängigkeit dieses Gleichgewichts bilden sich leider die unerwünschten Ablagerungen bei der Bereitung von Heißwasser.

 

Einheiten der Wasserhärte

Härtebreich ° deutscher
Härte

mg/l Calcium
gerundet

1   (weich) 0 - 7 0 - 45
2   (mittel) 7 - 14 45 - 90
3   (hart) 14 - 21 90 - 135
4   (sehr hart) über 21 über 135

 

Verwendung von Mineralwasser aus Flaschen statt Leitungswasser in Kaffeevollautomaten

In Kundengesprächen wird hin und wieder erwähnt man verwende Mineralwasser aus Flaschen für den Betrieb des Kaffeevollautomaten, um eine Verkalkung zu verhindern. Unsere Standardantwort ist in diesem Fall immer, die Analysedaten des Mineralwasseretiketts zu beachten. Mineralwasser aus Flaschen ist nicht nicht immer weicher als Leitungswasser. Wir haben in der dritten Spalte die Wasserhärte näherungsweise in die Konzentration an Calcium umgerechnet. Anhand der Tabelle lässt sich die Wasserhärte des Leitungswassers mit den Angaben auf den Ettikett des vergleichen. Nur wenn das verwendete Mineralwasser deutlich weniger Wasserhärte als Leitungswasser enthält, macht die Verwendung durch die höheren Kosten Sinn.
In jedem Fall muss stilles Wasser ohne Kohlensäure verwendet werden.

 

Entkalken bei Verwendung von Wasserfiltern?

Die Erfahrung aus unserer Werkstatt zeigt, daß man auch bei Verwendung von Wasserfiltern nicht komplett auf Entkalkung verzichten sollte. Das gefilterte Wasser enthält immer noch einen Rest der Wasserhärte der sich im Gerät ablagert. Wasserfilter verzögern die Kalkablagerung stark aber verhinden diese nicht vollständig. Bei den meisten Jura-Geräten stellt der Benutzer über das Kundenmenü ein, ob Filter verwendet werden. Daraufhin wird der Benutzer in Abhängigkeit von verbrauchtem Wasser und der eingestellten Wasserhärte aufgefordert den Filter zu wechseln. Eine Aufforderung zur Entkalkung erscheint dann bei manchen Geräten überhaupt nicht. Diese erscheint nur wenn die Filteroption ausgeschaltet ist.

Da ein Wasserfilter kein destilliertes Wasser produziert, sondern die Wasserhärte nur reduziert, findet in den Geräten die Verkalkung statt. Durch den Filter wird dieser Effekt vermindert und verzögert aber nicht komplett unterbunden. Wir empfehlen in diesem Fall eine manuelle Entkalkung ohne Entkalkungsprogramm alle 6 Monate.

Anleitung zur automatischen Entkalkung eines Kaffeevollautomaten mit Maschinenprogramm

  • Wasserfilter aus dem Wassertank entnehmen
  • Entkalkungsmittel in den Wassertank , vorgeschiebene Füllhöhe einhalten, entweder Markierung am Tank oder Volumenangabe für Entkalkerflüssigkeit
  • ausreichend großes Gefäß unterstellen, größer als Volumen Entkalkerflüssigkeit
  • Automatisches Entkalkungsprogramm der Maschine starten
  • Den Vorgang mit mehrminütigen Wirkpausen des Entkalkers läuft dann bis zur Entleerung des Tanks. Gesamteinwirkungsdauer 20 bis 30 Minuten.
  • Erste Stufe des Entkalkugsvorgangs ist beeendet.
  • Wassertank reinigen und mit Wasser füllen, Filter wieder einsetzen und Spülvorgang starten.
  • Nach Beendes des Spülprogramms Innenraum , Abtrofschale und Satzbehälter reinigen.

 

Anleitung zur manuellen Entkalkung eines Kaffeevollautomaten ohne automatische Programm

  • Wasserfilter aus dem Wassertank entnehmen
  • Entkalkungsmittel in den Wassertank , notwendige Füllhöhe zum Betrieb, Tank muss nicht vollständig gefüllt sein
  • Alle Funktionen wo Wasser hinfließen kann manuell starten (Teewasser, Brühgruppe spülen, Cappuccinatore spülen).
  • Den Vorgang mit mehrminütigen Wirkpausen des Entkalkers mehrmals wiederholen. Gesamteinwirkungsdauer 20 bis 30 Minuten.
  • Sauberen Entkalker ohne Feststoffe aus dem Auslauf kann man in den Wassertank zurückkippen, da nur ein Bruchteil des Wirkstoffes bei einem Durchlauf verbraucht wird. So kommt man mit weniger Entkalker aus, schont den Geldbeutel und die Umwelt.
  • Wassertank gut spülen und mit Wasser füllen, Filter wieder einsetzen.
  • Je 2 mal alle obigen Spülfunktionen mit Frischwasser ausführen um alle Entkalkerreste aus dem Gerät zu spülen.

 

Wie oft muss ich entkalken

Hier ist es schwierig eine pauschale Zeitangabe zu nennen. Die Notwendigkeit des Entkalkens hängt von der Wasserhärte, den Nutzungsgewohnheiten, Verwendung von Wasserfiltern und vom Typ des Kaffeeautomaten ab.

Die meisten Geräte verfügen über eine integrierte Entkalkungsüberwachung. Daher ist es wichtig, die werksseitig eingestellte Wasserhärte zu überprüfen und gegebenenfalls die eigene Wasserhärte einzustellen. Daraufhin erscheint aufgrund der eingestellten Wasserhärte nach einer definierten Menge an Wasserdurchfluss die Aufforderung zur Entkalkung. Es gibt keine sensorische Überwachung der Verkalkung, sondern der Zeitpunkt wird von der Elektronik statistisch hochgerechnet.

Sobald das Entkalkungsintervall erreicht wurde, werden Sie mittels einer Anzeige am Gerät aufgefordert zu entkalken. Kalkablagerungen reduzieren die Lebensdauer wichtiger Bauteile wie Durchlauferhitzer, Dichtungen und Ventile, weshalb man auf die Meldung auch reagieren sollte. Im Zweifel lieber früher entkalken als zu spät. Die regelmäßige Entkalkung erhöht die Lebensdauer Ihres Gerätes. Fehler, die durch eine Verkalkung auftreten, sind auch nicht durch die Herstellergarantie abgedeckt.

Einfache Geräte haben keine automatische Anzeige, bei normaler Nutzungshäufigkeit und Härtebereich 3 ( 15° - 21° dH) wie er im Rhein-Main-Gebiet vorkommt empfiehlt Saeco die Entkalkung alle 2 Monate ohne Wasserfilter oder alle 6 Monate mit Wasserfilter.

Bei Nichtgebrauch empfehlen wir, das Gerät immer auszuschalten um die Bildung von Kalkablagerungen zu minimieren. Die regelmäßige Entkalkung verhindert Ablagerungen, die Temperaturregelung beim Brühen ist genauer, Dichtungen bleiben länger elastisch. Sie ersparen sich Folgekosten durch Reparaturen, sparen Strom und Geld.

 

Welches Entkalkungsmittel sollte verwendet werden.

Grundsätzlich sollten Sie ausschließlich Entkalker verwenden, der für die Verwendung in Kaffeevollautomaten beworben wird. Diese Produkte enthalten Zitronensäure als Wirkstoff entweder in fester Form als Tab oder Pulver oder schon fertig im Wasser gelöst als Flüssigkeit. Einige Produkte haben auch einen Farbindikator, der anzeigt ob noch genügend Wirkstoff aktiv ist. Wir führen geeignete, speziell für uns produzierte Produkte.

Keinesfalls darf Essig als Entkalker verwendet werden, da dieser Gummidichtungen angreift und der starke Eigengeruch im Gerät bleibt!

Es gibt auch wenige Produkte die auf Amidosulfonsäure als Wirkstoff basieren und als Intensiv- oder Schnellentkalker beworben werden. Amidosulfonsäure wirkt auf jeden Fall schneller und aggressiver als Zitronensaure muss aber im Umgang mit mehr Umsicht eingesetzt werden. Zitronensäure ist in jeder Limonade enthalten und im Umgang wesentlich unproblematischer. Man braucht nur etwas mehr Geduld.

 

Anbieter

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Im Birkenfeld 74a
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